Über Christoph Irniger

Christoph Irniger, geb. 1979, ist ein Schweizer Saxophonist, Komponist und Bandleader; laut der NZZ am Sonntag zählt er „zweifellos zu den grössten Talenten seiner Generation“. Irniger hat sich in den letzten Jahren in unterschiedlichen Formationen zwischen Jazz, Rock und verwandten Musikstilen profiliert. Als Musiker einer Generation, die viele stilistisch heterogene Projekte verfolgt, betreibt er eine Reihe von Vorhaben, die sehr unterschiedlich und überraschend daherkommen. Jazz N More (CH) schreibt: „Stets schafft er etwas Neues, indem er ausgetretene Soundpfade verlässt. Nicht nur ein wenig links und rechts schaut, sondern sich weit in die Büsche schlägt.“ Als Instrumentalist mit solider Ausbildung und Komponist mit künstlerischen Visionen hat er immer wieder neue Ideen, die er mit seiner Passion für die Musik stets umzusetzen vermag. Jazzthetik (DE) über Irniger: „Leute, die über Jazz Bescheid wissen, werden bestätigen, dass er zu den größten Versprechen gehört, die der zeitgenössische Schweizer Jazz im Moment gibt.“

Irniger ist Leader der Bands Pilgrim (mit Dave Gisler, Stefan Aeby, Raffaele Bossard & Michael Stulz) und seinem Trio (mit Raffaele Bossard & Ziv Ravitz), von welchen bis anhin insgesamt vier Tonträger erschienen sind. Zwei Trio Alben - “Gowanus Canal“ (Intakt Records 2013) und „Octopus“ (Intakt Records, 2015) – sowie zwei Alben von Pilgrim – „Mt. Tongariro“ (Between The Lines, 2011) und „Italian Circus Story“ (Intakt Records, 2014). Letzteres war gleich in drei Bestenlisten 2014, unter anderem im Cadence Magazine (USA). Jazzwise (UK) schrieb darüber: „a homegrown rising young sax star’s quintet!“ Irnigers Debut-Aufnahme „Chat Noir“ erschien 2008 bei Brambus Records.

Irniger liebt Jazz. Sein Spiel ist stark in dieser Tradition verwurzelt und von deren Exponenten beeinflusst. Dabei interpretiert er diese Musik nicht als einen bestimmten Sound oder Inhalt. Viel mehr sieht er es als eine Art und Weise, wie man Musik machen kann. Dazu meint er: „Jazz ist für mich jene Musik, welche die Musik ihrer Zeit verarbeitet. Es geht mehr darum wie man spielt, als was man spielt.“ Die Inspiration schöpft er dabei aus allen Musikstilen wie dem Leben als solchem. Dabei stehen seine Heimat, der Zürichsee, die Berge, die Familie, die Menschen, das Reisen (v.a. New York) und verschiedene Kunstformen im Vordergrund. Sie geben den Inhalt und nähren seine Passion für die Musik. Die Melodie stellt Irniger dabei über alles. Auch in der Dichte und Komplexität, sowie im freien Kontext sucht er den Moment und versucht den Melodielinien der verschiedenen Instrumente Gewicht zu geben. Über seine Kompositionen schreibt der Journalist Peter Haffner: „Die Stücke sind Tondichtungen, die zeigen, dass die eingängige Melodie und eine komplexe Klangwelt einander nicht ausschliessen müssen, sondern erst richtig zur Geltung bringen können.“

Infolge seiner regelmässigen Aufenthalte in Berlin und New York entstanden über die letzten Jahre verschiedene Zusammenarbeiten u.a. mit Nasheet Waits – Noreduce „Jaywalkin’“ (nWog, 2013) – Don Philippe, sowie die Band „Counterpoints“ mit Ohad Talmor, Bänz Oester und Vinnie Sperrazza. Weiter spielte er mit Dave Douglas, Chris Lightcap, Dan Weiss, Nils Wogram, Claudio Puntin, Max Frankl, Stefan Rusconi, Mats Spillmann, Christian Weber, Chris Wiesendanger, Vera Kappeler und war über sieben Jahre Mitglied des Lucerne Jazz Orchestra, mit dem er auch auf vier Aufnahmen zu hören ist. Zudem ist er Co-Leader der Prog-Rock Band „Cowboys from Hell“.

Von 2000 - 2006 studierte Irniger an den Jazzschule Zürich Musikpädagogik und an der Musikhochschule Luzern Performance bei Christoph Grab und Nat Su. In den folgenden Jahren nahm er Unterricht bei Dave Liebman, Mark Turner und Ari Hoenig. Er war Gewinner des Förderpreises 2004 der Friedel Wald Stiftung, erhielt die „borsa di studio“ für Sienajazz 2006 und belegte 2010 mit den “Cowboys from Hell” den 3. Platz beim ZKB Jazzpreis. 2015 – 2017 wird seine Band Pilgrim von der Pro Helvetia prioritär unterstützt. Sein Werk ist bis anhin auf über 20 Tonträgern (5 unter eigenem Namen) dokumentiert. Konzerte und Tourneen führten ihn durch Europa, nach Asien und den USA.

Christoph Irniger ist Initiator der Jazzreihe „Jazz im Seefeld“ und war Mitinitiator des Festivals “Jazzwerkstatt Zürich”. Zudem ist er in der Programmgruppe des Festivals “Unerhört!” und unterrichtet an der Zürcher Hochschule der Künste und der Musikschule Konservatorium Zürich.

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Portraits

"Emotion in Music - Seeking the perfect line"
Cadence Magazine (US) 2015
Christoph Irniger interview by Ken Weiss

"Diesseits des Röstigrabens"
Sonic (DE) 2013
Über die derzeitige Präsenz des Jazz-Saxophonisten kann man sich nur wundern. Haben wir es mit einem Schaffenswütigen zu tun?

"Jeder Tag ist ein Abenteuer"
NZZ am Sonntag (CH) 2013
Der junge Zürcher Saxophonist fasziniert als Bandleader wie als Solist

"Profilierung im Polystilismus"
NZZ (CH) 2012
Die Zürcher Saxophonisten Christoph Irniger und Michael Jäger am unerhört! Festival

"Krawallbruder und Leisetreter"
St. Galler Tagblatt (CH) 2012
Der Jazzsaxophonist Christoph Irniger kostet Kontraste konsequent aus. Morgen wird er mit dem Trio Cowboys from Hell in St. Gallen einfallen

"Ein Kanton-Cowboy geht durch die Decke"
Jazzzeit (AT) 2009
Der Zürcher Tenorsaxophonist Christoph Irniger hat in den letzten Monaten mit gleich zwei Projekten auf sich aufmerksam gemacht, die unterscheidlicher nicht sein könnten